Technologievergleich
Picolaser vs. Nanosekundenlaser – der Unterschied liegt in der Impulsbreite
Beide Technologien zertrümmern Tattoopigmente – aber auf unterschiedliche Weise. Nanosekundenlaser arbeiten überwiegend photothermisch, Pikosekundenlaser überwiegend photoakustisch. Das verändert Partikelgröße, Abbaugeschwindigkeit, Sitzungszahl und Hautbelastung spürbar.
- 350 ps
- kürzeste Impulsbreite
- 1000×
- kürzer als Nanosekunde
- −30 %
- typisch weniger Sitzungen
- Pico+Nano
- beide Modi im System

01Was die Impulsbreite tatsächlich bewirkt
Eine Nanosekunde ist eine Milliardstel Sekunde, eine Pikosekunde eine Billionstel – der Faktor liegt bei 1.000. Je kürzer der Impuls, desto weniger Zeit hat die Wärme, ins umliegende Gewebe abzufließen. Die Energie wirkt als Druckwelle statt als Hitze.
Das Ergebnis: Pigmentpartikel zerfallen in feineren Staub. Das Lymphsystem transportiert kleinere Partikel schneller ab, wodurch pro Sitzung mehr Farbe verschwindet und die Gesamtzahl der Sitzungen sinkt.
02Wo Nanosekunde weiterhin die richtige Wahl ist
Nanosekundenimpulse sind nicht veraltet. Bei tiefliegenden, dichten schwarzen Pigmenten liefert der photothermische Anteil zusätzliche Wirkung, und bei bestimmten Pigmentbefunden ist der Nano-Modus die kontrolliertere Option.
Deshalb sind Systeme sinnvoll, die beide Betriebsarten beherrschen: Pico für farbige, oberflächennahe und bereits vorbehandelte Tattoos, Nano für dichte Schwarzanteile und ausgewählte Pigmentindikationen.
03Vergleich der Behandlungsrealität
- ◆Sitzungszahl: Pico reduziert sie bei vielen Motiven deutlich
- ◆Farbspektrum: hartnäckige Grün- und Blautöne sprechen auf 755 nm Pico am besten an
- ◆Hautbelastung: geringerer thermischer Eintrag, kürzere Rötungsphase
- ◆Narbenrisiko: sinkt durch weniger Hitze im Umgebungsgewebe
- ◆Restschatten: feinerer Partikelabbau hinterlässt seltener Ghosting
- ◆Behandlungsintervall: bleibt bei 6–8 Wochen, damit Lymphsystem arbeiten kann
04Ehrliche Einordnung
Pikosekundentechnologie ist kein Zauberwort. Ein schlecht parametriertes Pico-Gerät liefert schlechtere Ergebnisse als ein sauber geführter Nanosekundenlaser. Entscheidend bleiben Energiedichte, Spotgröße, Hauttypanpassung und Behandlungsintervalle – die Technologie erweitert nur den Möglichkeitsraum.
Technische Eckdaten – Alix Lumina Pro
- Alexandrit-Wellenlänge
- 755 nm
- Nd:YAG-Wellenlängen
- 1064 nm / 532 nm
- Impulsbreite
- ab 350 ps (Pikosekunde)
- Betriebsmodi
- Pico · Nano (Q-Switch) · Long Pulse
- Kühlung
- Silent ICE Kontaktkühlung bis −26 °C
- Steuerung
- KI-gestützte Haut- und Parameteranalyse
- Anwendungen
- Tattooentfernung · PMU · Pigment · Haarentfernung · Carbon Peeling · Skin Rejuvenation
- Zielgruppe
- Tattoo-Studios, Kosmetikinstitute, Dermatologie, Kliniken

Häufige Fragen
Pico und Nano am selben Motiv erleben
In der Live-Vorführung sehen Sie beide Modi direkt nacheinander – inklusive Parametrierung, Kühlung und realistischer Einschätzung zur Sitzungszahl.